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liebesbrief
an julia
geboren
am 22.6.1996, tobias geboren
am 2.6.1998,
Geliebte Tochter, meine kleine Schnecke, liebe Luja, wie Tobias zu Dir sagte... Du kamst in unser Leben mit Deinen silberblonden Haaren und Deinen großen blauen Augen und zeigtest uns von Anfang an, worauf es ab jetzt ankommen würde: dazusein für Dich, dieses faszinierende kleine Menschlein, das sofort seinen ganz eigenen Willen bekundete. Du wirbeltest durch unsere Tage, brachtest uns zum Lachen und manchmal auf die Palme. Doch ging von Dir immer eine sagenhafte Lebensfreude und -energie aus, ein Licht, das uns die Richtung vorgab. In Deinem Taufspruch ist vom Licht der Welt und dem Licht des Lebens die Rede: das hattest Du ganz gewiss. Du wolltest alles ausprobieren, alles kennen lernen, Menschen kennen lernen. Im Urlaub in Italien auf dem Campingplatz hattest Du, kaum dass wir angekommen waren, drei Freundinnen, und alles hörte auf Dein Kommando. Du wusstest sehr genau, was Du wolltest und was nicht, und wenn ich manchmal etwas Probleme mit diesem starken Willen hatte, hast Du mich ganz plötzlich mit einem "Mama, ich hab dich lieb!" entwaffnet. Manchmal glaube ich, etwas in Dir hat geahnt, dass Du nicht so viel Zeit wie andere Menschen haben würdest. Deswegen hast Du so unglaublich intensiv gelebt.Wir sind dankbar für die Zeit, die wir miteinander verbringen durften - auch wenn sie für uns immer zu kurz gewesen sein wird. "Im Tod leuchtet einem die Ostersonne." sollst Du im Kindergarten gesagt haben. Ich bin sicher, sie leuchtet für Dich und für Deinen Bruder ganz besonders hell und warm.
Geliebter Sohn, mein kleiner Hase, "Tobabär"... ....wie Dich Deine große Schwester kurz nach der Geburt zärtlich nannte. Du machtest unser Glück komplett; aus uns wurden die "Fantastischen Vier". Du warst immer mein Schmuser, ich genoss es sehr, mit dir zu Kuscheln und von Dir diese kleinen nassen Küsse zu bekommen. "Mama weißt Du, da oben auf einer Wolke, da ist ein Haus. Und da wohnt der liebe Gott, das Christkind, der Nikolaus ... und der Osterhase." Ich liebte Deine Weisheiten. Du hast dir die Dinge immer erst ein bisschen angeschaut, versuchtest ganz genau zu verstehen, wie sie funktionieren. Dann aber hast Du Dich selbstbewusst daran gewagt. Deine große Schwester war schon irgendwie Dein Vorbild, auch wenn Ihr nicht immer einer Meinung ward. Am liebsten ward Ihr doch beieinander. Deswegen klappte es ja auch in der Mittagspause immer so gut, wenn keine Mama dabei war, die sich ständig einmischte. Ihr ward immer neidisch auf Familien, in denen noch ein drittes Kind geboren wurde. Ich bin sicher, Ihr freut Euch mit uns ganz doll auf unser Baby (Amelie inzwischen – (2003) – geboren, wie auch noch eine kleine Schwester Eva (2005)!) und habt ihm schon ganz viel davon erzählt, wie das Leben mit Mama und Papa so abläuft.
Meine Bazis, es fehlen mir so viele Kleinigkeiten während eines Tages, Dinge, die wir immer zusammen gemacht haben, so viele, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Ich weiß, dass Ihr immer in unserer Nähe seid, aber das stillt meine Sehnsucht nicht wirklich. Herbert Grönemeyer sagt in einem Lied: "Ich geh hier nicht weg. Hab meine Frist verlängert. Neue Zeitreise. Unbekannte Welt. Habe Dich sicher in meiner Seele. Trag dich bei mir bis der Vorhang fällt. Wir haben euch sicher in unserer Seele und bin mir ganz sicher, dass wir uns wiedersehen, wenn es Zeit dazu ist. Mit herzlichen, traurigen Grüßen an Ostern 2006 (bald 4 Jahre nach dem Tod meiner beiden Kinder Julia und Tobias am 28.6.2002) Andrea
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